Der Tag des Kinderliedes

Was für eine schöne Idee, das Kinderlied in Oberösterreich für einen Tag in den Mittelpunkt unserer Aufmerksamkeit zu rücken. Im vergangenen Jahr startete die Linzer Musikschule mit diesem Tag, um die Bedeutung des Kinderliedes bewusst zu machen. Heuer wird der Zauber des Kinderliedes auf das gesamte Bundesland übertragen und ich bin live mit dabei.

Blogeintrag vom 7. Mai 2019
Am 17. Mai 2019, dem Tag des Kinderliedes, singen Kinder in öffentlichen Gebäuden, auf Plätzen, in Einkaufszentren und wo immer sich unser Nachwuchs aufhält, ihre liebsten Kinderlieder. Unglaublich, aber wahr, denn 20.000 Kinderstimmen werden an diesem Tag in ganz Oberösterreich ertönen und so manchem Erwachsenen fast vergessenen Melodien und Erinnerungen ins Gedächtnis rufen. Ich freue mich ganz besonders, bei diesem großen Tag des Kinderliedes mit dabei zu sein.

Christian Denkmaier, der Direktor der Musikschule der Stadt Linz, hat mich nämlich eingeladen, mit dem Orchester und den Singklassen seiner Musikschule das Mitsingkonzert für Schulen und Kindergärten im Brucknerhaus zu gestalten. Am Liebsten wäre ich überall mit dabei, wo gesungen wird: In der Linzer Straßenbahn zum Beispiel, oder am Hauptplatz beim großen Kinderlieder-Open Air. Über 100 Schulen und Kindergärten haben bereits Mitsingkonzerte angemeldet. Was für eine beeindruckende Zahl. Grund genug um hinzusehen, warum das Kinderlied für mich immer noch so faszinierend ist:

Da fällt mir natürlich sofort ein, dass ich die Kombination aus Kindern und Musik einfach unsagbar liebe. Ich mag es, wenn Kinder ihrer Freude und Begeisterung mit einem Lied Ausdruck verleihen. Heute, nach der Probe mit den Singklassen in Linz, war ohne Zweifel das Piratenlied das Highlight der Kinder und ich kann mir gut vorstellen, dass dieses Lied in einigen Jahren Volksliedstatus bekommen könnte. Da gibt es kein richtig oder falsch, da gibt es einfach nur strahlende Augen und jede Menge Piraten, die aus vollem Herzen singen.

Kinderlieder prägen uns, weil wir sie durch ständige Wiederholung verinnerlichen und sie uns dadurch auch Verbundenheit und Zusammengehörigkeit vermitteln. Darum kommt dem täglichen Singen in Schulen und Kindergärten so eine große Bedeutung zu. Kinder, die miteinander singen, streiten weniger, konzentrieren sich besser und fühlen sich zugehörig. Beim gemeinsamen Singen sind wir wie ein Körper, ein Herz, eine Seele. Da vergessen wir unsere Themen, die uns sonst so beschäftigen. Wir sind im Moment und alles was zählt, ist der Klang, der uns trägt.

Ich glaube, dass genau dies auch die Magie meiner Konzerte ausmacht. Wenn wir einstimmen in den Gesang werden wir zu einer Gruppe, die miteinander verbunden ist und das ist wunderschön.

Wenn wir als Eltern also mit unseren Kindern nicht nur Musik hören, sondern auch aktiv Musik machen, stärkt dies unsere Verbundenheit. Die Stimme ist unser persönlichstes Instrument. Kindern Sicherheit in ihrem stimmlichen Ausdruck zu geben, indem wir voller Vertrauen und frei von Angst singen und singen lassen, hilft Kindern, sich angenommen zu fühlen. Teil einer Gemeinschaft zu sein ist genau das, worin das Kinderlied wahre Meisterschaft erlangt hat.

Kinder sind meistens noch frei von Bewertungen, was ihre eigene Stimme betrifft. Warum also nicht dieses Selbstverständnis nutzen und die Lieder unserer Kinder mitsingen? Gerade in unserer schnelllebigen Zeit ist es etwas besonderes, die Dinge zu teilen, die auch wir gemacht haben, als wir klein waren.  Denn wie wir am Tag des Kinderliedes hören werden, singt man diese Lieder heute noch genauso gerne wie vor vielen Jahren.


Bis glei, deine Mai

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